So funktioniert der Test

BRAVE (Brief Receptive Adaptive Vocabulary Evaluation) schätzt Ihren rezeptiven Wortschatz: die Anzahl der Wörter, die Sie beim Lesen erkennen und verstehen. Um alle bekannten Wörter direkt zu zählen, müsste man ein umfangreiches Wörterbuch Wort für Wort durchgehen. BRAVE nutzt stattdessen die Item Response Theory (IRT), ein mathematisches Verfahren zur Entwicklung und Auswertung von Tests.

Im Test sehen Sie Wörter unterschiedlicher Schwierigkeit und geben an, ob Sie sie kennen. Beispielsweise ist „Katze“ leichter als „widerspenstig“. Aus Ihren Antworten und den Schwierigkeitswerten der Testwörter schätzt das Modell Ihren Wortschatz.

Damit der Test kurz bleibt und trotzdem möglichst präzise ist, verwenden wir computergestütztes adaptives Testen (CAT). Nach jeder Antwort wird die Schätzung aktualisiert. Das nächste Wort wird so ausgewählt, dass es ungefähr Ihrem geschätzten Niveau entspricht und möglichst viel zusätzliche Information liefert. Der Test endet, sobald die vorgesehene Genauigkeit erreicht ist. So erhalten Anfänger und Menschen mit einem großen Wortschatz unterschiedliche Aufgaben.

Worthäufigkeiten

Wie schwierig ein Wort ist, hängt unter anderem davon ab, wie häufig es verwendet wird. Häufige Wörter sind in der Regel mehr Menschen bekannt als seltene. Für die deutsche Version verwenden wir Häufigkeitsdaten aus dem Deutschen Referenzkorpus (DeReKo). Diese Daten helfen dabei, die Wortschatzschätzung als Anzahl bekannter Wörter auszudrücken.

Wie werden die Antworten geprüft?

Das Ergebnis setzt voraus, dass Sie nur Wörter als bekannt markieren, deren Bedeutung Sie kennen. Dafür gibt es zwei Prüfungen:

  • Erfundene Wörter. Einige Wörter im Test sind frei erfunden. Wenn Sie mehr als eines davon als bekannt markieren, wird das Ergebnis als auffällig gekennzeichnet.
  • Fragen zur Bedeutung. Bei manchen Wörtern, die Sie als bekannt markieren, sollen Sie die passende Bedeutung aus vier Möglichkeiten auswählen. Mehr als drei falsche Antworten führen ebenfalls zu einer Warnung.

Diese Prüfungen verändern die Wortschatzschätzung nicht. Wenn eine der Prüfungen nicht bestanden wird, ist das Ergebnis möglicherweise unzuverlässig. In diesem Fall zeigen wir eine Warnung und kein Konfidenzintervall an.